Krebsfrüherkennung bei Männern: Untersuchungen, Alter, Kostenübernahme

Je früher eine Krebserkrankung oder ihre Vorstufen bei Männern entdeckt werden, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen. In Deutschland gibt es deshalb ein gesetzlich geregeltes Programm zur Krebsfrüherkennung, von dem auch Männer ab bestimmten Altersgrenzen profitieren können. Die Kosten für diese Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn die vorgegebenen Altersgrenzen und Zeitabstände eingehalten werden.

Welche Krebsfrüherkennungsuntersuchungen gibt es für Männer?

Männer können im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung verschiedene Untersuchungen in Anspruch nehmen, die auf häufige Krebsarten wie Prostatakrebs, Darmkrebs und Hautkrebs abzielen. Ab einem bestimmten Alter werden die Kosten für diese Vorsorgeangebote vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören die jährliche Tastuntersuchung der Prostata, Darmkrebs‑Früherkennungsuntersuchungen sowie das Hautkrebs‑Screening. Welche Untersuchungen ab welchem Alter empfohlen werden, zeigen wir Ihnen im folgenden Überblick.

Prostatakrebs‑Früherkennung: Untersuchungen und Alter

Prostatakrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren bei Männern. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen ab 45 Jahren einmal jährlich die Kosten für eine Prostatakrebs‑Früherkennungsuntersuchung, bei der unter anderem die Prostata über den Enddarm abgetastet wird. Diese Tastuntersuchung ist seit vielen Jahren Teil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms. Ein PSA‑Bluttest zur Früherkennung von Prostatakrebs wird für beschwerdefreie Männer in der Regel nicht als Routine‑Leistung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und muss meist selbst bezahlt werden. Ergibt die Untersuchung einen Verdacht auf Prostatakrebs, werden weitere diagnostische Schritte wie PSA‑Test, Bildgebung oder Gewebeentnahme ärztlich veranlasst und in der Regel von der Krankenkasse getragen.

Prostatakrebs Früherkennung bei Männern durch ärztliche Vorsorgeuntersuchung der Prostata
Prostatakrebs Früherkennung bei Männern: ärztliche Untersuchung zur frühen Erkennung von Prostatakrebs

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Darmkrebs‑Früherkennung bei Männern

Zur Darmkrebs‑Früherkennung stehen Männern ab 50 Jahren gesetzliche Vorsorgeangebote zur Verfügung. Sie können entweder eine Darmspiegelung durchführen lassen, die in bestimmten Abständen wiederholt werden kann, oder in regelmäßigen Abständen einen Stuhltest auf nicht sichtbares Blut nutzen. Beide Methoden sollen helfen, Darmkrebs oder seine Vorstufen möglichst früh zu entdecken. Die Kosten für diese Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn die vorgegebenen Altersgrenzen und Untersuchungsintervalle eingehalten werden. Werden bei der Darmspiegelung Vorstufen von Darmkrebs gefunden, können sie oft direkt entfernt werden, sodass sich möglicherweise gar kein Krebs entwickelt.

Arzt führt bei einem Mann eine Darmspiegelung zur Darmkrebs Früherkennung durch
Darmkrebs Früherkennung bei Männern: Darmspiegelung als wichtige Untersuchung zur frühen Erkennung von Darmkrebs

Hautkrebs‑Früherkennung für Männer

Männer können ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein Hautkrebs‑Screening in Anspruch nehmen, bei dem die gesamte Haut auf verdächtige Veränderungen untersucht wird. Die Untersuchung wird von speziell qualifizierten Hausärzten oder Dermatologen durchgeführt und ist für gesetzlich Versicherte in diesem Rahmen kostenfrei.

 

Ziel der Hautkrebs‑Früherkennung ist es, weißen und schwarzen Hautkrebs möglichst früh zu entdecken, wenn die Heilungschancen besonders gut sind. Auffällige Hautstellen können bei Bedarf weiter abgeklärt und, falls notwendig, entfernt werden, bevor sie sich ausbreiten.

Arzt untersucht bei einem Mann die Haut im Rahmen des Hautkrebsscreenings zur Hautkrebs Früherkennung
Hautkrebs Früherkennung bei Männern: Hautkrebsscreening zur frühen Erkennung auffälliger Hautveränderungen

Warum Männer Krebsfrüherkennungsuntersuchungen oft meiden

Viele Männer nehmen Angebote zur Krebsfrüherkennung deutlich seltener wahr als Frauen. Gründe sind unter anderem, dass Untersuchungen ohne akute Beschwerden häufig als unnötig empfunden werden, die Angst vor einer möglichen Diagnose abschreckt und traditionelle Männlichkeitsbilder Arztbesuche eher als Schwäche erscheinen lassen. Hinzu kommen Unsicherheit über den Ablauf der Untersuchungen und mangelnde Information über konkrete Vorsorgeangebote. Aufklärung, verständliche Informationen und niedrigschwellige Angebote können helfen, Hemmschwellen abzubauen und mehr Männer zur Teilnahme an Krebsfrüherkennungsprogrammen zu motivieren. Wichtig ist, Ängste ernst zu nehmen und offen mit Ärzten, Partnern oder Freunden über Sorgen und Fragen zu sprechen.

Teilnahme, Kosten und Nutzen für Männer

Die Teilnahme an den gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist freiwillig, die aufgeführten Untersuchungen sind für gesetzlich versicherte Männer innerhalb der vorgesehenen Altersgrenzen und Intervalle jedoch kostenfrei. Viele private Krankenversicherungen erstatten vergleichbare Vorsorgeuntersuchungen ebenfalls ganz oder teilweise.

Männer sollten mit ihrem Hausarzt oder Facharzt besprechen, welche Untersuchungen in ihrer persönlichen Situation sinnvoll sind und wie häufig sie wahrgenommen werden sollten. Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen erhöhen die Chance, Krebs in einem frühen, meist besser behandelbaren Stadium zu entdecken. 

Regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchungen helfen Männern, häufige Krebsarten wie Prostata‑, Darm‑ oder Hautkrebs möglichst früh zu entdecken. Nutzen Sie die gesetzlichen Vorsorgeangebote und lassen Sie sich bei Fragen von Ihrem Arzt beraten.

 

Einen allgemeinen Überblick zu den gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen für Frauen und Männer finden Sie auf unserer Seite zur Krebsfrüherkennung. Wenn Sie sich zusätzlich über die finanzielle Absicherung im Falle einer Krebsdiagnose informieren möchten, lesen Sie gerne weiter auf unserer Seite zur Krebsversicherung.

Hinweise, Transparenz und Quellen

Die Informationen auf dieser Seite zur Krebsfrüherkennung bei Männern wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt und orientieren sich an öffentlich zugänglichen Empfehlungen und Patienteninformationen anerkannter Institutionen (zum Beispiel Bundesgesundheitsministerium, Gemeinsamer Bundesausschuss, Krebsinformationsdienst, Deutsche Krebshilfe). Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Beratung oder Untersuchung. Welche Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind, welche Risiken bestehen und welche Kosten übernommen werden, sollten Männer immer individuell mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernehmen können. Angaben zu Altersgrenzen, Untersuchungsintervallen und Leistungen sowie gesetzliche Regelungen und medizinische Empfehlungen können sich ändern; bitte beachten Sie daher auch die aktuellen Informationen Ihrer Krankenkasse und der genannten Institutionen.

Arzt untersucht einen Mann im Rahmen der Krebsfrüherkennung als Vorsorgeuntersuchung
Krebsfrüherkennung bei Männern: Ärztliche Untersuchung als Teil des Vorsorgeprogramms der Krankenkassen

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